Tschetschenienkonflikt

Die Ursprünge der Konflikte zwischen Russen und Tschetschenen reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück. (siehe hierzu: http://de.wikipedia.org/wiki/Tschetschenien) Ausgangspunkt der letzten beiden Kriege ist die einseitige Erklärung der Souveränität Tschetscheniens von der UDSSR 1991.
Hauptinteresse der Tschetschenen war ursprünglich die vollständige Autonomie von Russland und das Ende der über mehrere Jahrhunderte andauernden Repression durch russische Verwaltung und russisches Militär.
Die Gründe für die Ablehnung dieser Anliegen durch Russland sind zum einen wirtschaftlicher Natur: Tschetschenien verfügt über erhebliche Ölvorkommen und ist eins der Transitländer für den Öltransport von und zum schwarzen Meer (Pipeline). Außerdem bestand die Angst, eine erfolgreiche Abspaltung Tschetscheniens könnte andere Teilrepubliken ermutigen, ähnliche Schritte zu unternehmen.
Sowohl Jelzin als auch Putin instrumentalisierten (und instrumentalisieren) den Konflikt jedoch vor allem um die eigene Machtposition zu stärken. Die 2004 eingeleitete Staatsreform Putins, die ein faktisches Ende der Demokratie in Russland bedeutet, wird als notwendige Reaktion auf den Terroranschlag gegen eine Schule in Beslan durch tschetschenische Terroristen im September 2004 erklärt.
Vor 1991 lebten in Tschetschenien rund 1,1 Mio Menschen. Heute wahrscheinlich in etwa halb so viele (die Zahlen schwanken zwischen 550.000 und 900.000). Die Infrastruktur ist praktisch vollständig zerstört und die Hauptstadt Grosny ein Ruinenfeld. Obgleich die bisherige Politik Moskaus den Konflikt nur verstärkt und in Form von Terroranschlägen ins eigene Land geholt hat, gibt es keine Anzeichen für eine Politik der Entspannung. Vielmehr nutzt Präsident Putin den Konflikt, um sich als politischer Führer mit starker Hand zu profilieren und seine sogenannte "gelenkte Demokratie" in eine Diktatur zu überführen. Ohne Frage hat der Konflikt inzwischen auf beiden Seiten ein Stadium der Brutalität erreicht, das es schwierig macht, zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Der Schlüssel für eine Lösung des Konflikts liegt allerdings auf Seiten Russlands. Präsident Putin setzt jedoch weiter auf Eskalation und schreckt auch vor quasi-terroristischen Mitteln nicht zurück. Siehe hierzu:
Reportagen über Tschetschenien aus der Frankfurter Rundschau