Rastafari, Rastafaris

"The Rastafarian Movement" entstand 1930 aus dem Streik der Zuckerrohr-Schneider auf Jamaika. Aus einer Areiterbewegung, die für mehr Freiheit und bessere Bezahlung der Arbeiter kämpfte, wurde schnell eine religiöse Vereinigung. In den Bergen im Osten der Insel entstanden bald ständige Rastafari-Camps, in denen die "Rastas" oder Rastafaris ein Leben jenseits der gesellschaftlichen Machtstrukturen suchten. Die Rastafaris ernannten Haile Selassie I. (Ras Tafari Makonnen) zum Gott und Oberhaupt aller Christen und nahmen die Emanzipationsbestrebungen Selassies in Verbindung mit seiner Position als Messias als Vorbild für eine Emanzipation der Nachfahren der Sklaven und der unterdrückten indigenen Bevölkerung Jamaikas.
Heute ist Rastafari eine religiöse Gemeinschaft, die vor allem auf Belize und Jamaika verbreitet ist. Unter den Rastafaris gibt es verschiedene Strömungen, z.B. Nyabinghi, Bobo Ashanti oder Twelve Tribes. Verbindende Merkmale sind die Anerkennung Haile Selassie als Gott, die Ablehnung des westlichen Wertesystems sowie der Kampf für die Gleichberechtigung der schwarzen Bevölkerung. Die Rastafari sind eine typische Heilserwartungsbewegung. Einige weniger radikale Rastafaris ließen die Idee von der Göttlichkeit Haile Selassies fallen und wandten sich der Äthiopisch-Orthodoxen Kirche zu, die Haile Selassie I lediglich als ehemaligen religiösen Führer verehrt.
Auffälligstes Merkmal der Rastafaris ist die Grün/Gelb/Rote Flagge Äthiopiens, die sogenannten "dreadlocks" oder "dreads" (zu kleinen Zöpfen verfilzte Haare) und exzessiver Konsum von Marihuana. Bekannt wurden die Rastafaris hauptsächlich durch die Reggae Musik (von z.B. Bob Marley). Die Rastas nennen Gott "Jah".

Da es keine einheitliche Mitgliedschaft und auch keine zentrale Kirchen-Instituion der Rastafaris gibt, kann man nur schwer sagen, wie groß die Weltgemeinde derzeit ist. Von den auf Jamaika lebenden 3 Millionen Menschen bekennen sich laut Wikipedia 24.000 zum Rastafari-Glauben.