Napster
Napster war die erste file-sharing-software, die weltumspannend erfolgreich war. Am 1 Juni 1999 ging die erste Napster-Version online. Schon sehr bald nach dem Start, nämlich 4 Monate später, scheiterten die ersten Verhandlungen mit den Major-Plattenfirmen über legale und digitale Distributionswege. Trotz diverser Klagen und Prozesse blieb Napster online. Zu Hochzeiten nahmen 60 Millionen Nutzer teil. Im Gegensatz zu den aktuell am meisten verwendeten peer-to-peer Lösungen benötigte das Napsternetz einen zentralen Computer, der alle ein- und ausgehenden Suchanfragen und MP3-Fragmente verwaltete. Das war sozusagen eine der Schwachstellen von Napster beim Kampf um das Urheberrecht: Es gab eine Firma und zentrale Rechner, die sich schließlich abschalten ließen. Ab Februar 2001 installierten die Betreiber auf ein Gerichtsurteil hin ein Filter, der ca. 250.000 Songs aus der Zirkulation nahm. Im Sommer 2000 beginnt auch die Bertelsmanngruppe Geld in Napster zu investieren (mehr als 80 Mio. $), in der Hoffnung von Napster eine funktionsfähige Vertriebsplattform für MP3-files zu erhalten. Die Übernahme scheitert jedoch, und Bertelsmann wird 2003 von mehreren amerikanischen Plattenfirmen auf 17 Mrd. US$ Schadenersatz verklagt. Im Herbst 2002 meldet Napster Konkurs an und wird für 5 Mio US$ von Roxio gekauft. Seit November 2003 betreibt Roxio Napster mit der Version 2.0 als kommerzielle Vertriebsplattform für MP3-Titel. Trotz aller File-sharing-Freibeuter-Romantik ist die jetzige Daseinsform von Napster wahrscheinlich das ursprüngliche Ziel der Initiatoren. Anders läßt sich das Beharren auf einer zentralen Vertriebsstruktur wohl kaum erklären.
Bezeichnenderweise heißt das derzeit meistverwendete Napsterprotokoll "Slavenap" im Gegensatz zum ursprünglich populäreren (weil Open Source) "OpenNap". Die meisten Filesharing-Programme nutzen heutzutage jedoch das Gnutella-Netzwerk (z.B.: Limewire).