Konfuzianismus
Mit Konfuzianismus (chin.:„Ideen der Anhänger der Schule der Gelehrten“) sind Philosophien und politische
Vorstellungen in China gemeint, die sich selbst in die Tradition des Meister
Kong (ca. Ende des 5. vorchristlichen Jahrhunderts, chin.: Kongzi, latinisiert:
Konfuzius) und seiner Schüler stellen.
Die Ideen des chinesischen Konfuzianismus sind in Japan schon während
seiner ersten Blüte im China der Han-Zeit (2. Jh. v. Chr. - 2. Jh.
n. Chr.) durch diplomatischen Verkehr, Handel und Übernahme der chinesischen
Schriftzeichen bekannt und verbreitet worden. Literarischen Niederschlag
fanden sie zuerst in den Reichsannalen (Nihongi, 714-720) und frühen
Gesetzgebungen, welche zeigen, daß sie damals allgemeines Gedankengut
der feudalen Gesellschaft und ihrer Regierungspolitik waren. Wie der klassische
chinesische war auch der japanische alte Konfuzianismus aufs Diesseits
ausgerichtet, realistisch-sensualistisch und pragmatistisch. Er propagierte
die Reichseinheit unter einem starken Kaisertum und feudalem Vasallentum.
Der Konfuzianismus wirkte zivilisatorisch durch alle Lebensbereiche stilisierende
feine Sitten und Riten, und nicht zuletzt erweckte er den Sinn für
Wissenschaft und Gelehrsamkeit, für chinesische Schrift und die dadurch
übermittelten chinesischen Klassikertexte.
Erst im 16. Jahrhundert nahm der Konfuzianismus in Konkurrenz mit dem
ebenfalls aus China eingeführten Buddhismus die Gestalt schulmässig
gelehrter Bildung an.
Der Konfuzianismus als Religion im eigentlichen Sinne spielt heute nur
noch eine geringe Rolle. Buddhismus und Taoismus haben den Konfuzianismus
als Religion fast ganz verdrängt.
1995 erkannte Süd Korea, wo der Konfuzianismus traditionell einen hohen Stellenwert hat, als Religion an. Der überwiegende Teil der Südkoreaner (46% laut Wikipedia) bezeichnet sich jedoch als religionslos.