Islam
Der Islam ist eine von dem Propheten Mohammed
zwischen 610 und 632 gestiftete Religion mit den Hauptkonfessionen der Schiiten und der Sunniten.
Der Islam ist nach dem Christentum die zweitgrößte Weltreligion.
Weltweit gehören ihm ca. 1,3 Milliarden Muslime an (Christentum: rund 2 Milliarden Anhänger). Die früher
im Westen verwendete Bezeichnung "Mohammedaner" wird von Muslimen
abgelehnt, da sie den Propheten Mohammed fälschlich ins Zentrum des
Glaubens rückt. Der Islam ist eine monotheistische Religion, die
sich auf die im Koran niedergelegte Offenbarung Allahs (Gottes) gründet.
Die wichtigsten Grundpflichten (5 Säulen des Islam) der Muslime sind:
1. das Bekenntnis zum einen Gott und zum Propheten Mohammed,
2. das fünfmalige Tagesgebet (Salat),
3. das Geben von Almosen (Sakat),
4. das Fasten (Saum) während des Ramadan,
und 5. die Wallfahrt nach Mekka, soweit es Gesundheit und finanzielle
Mittel ermöglichen.
Der Dschihad, manchmal 6. Säule
des Islams genannt, hat sich als Pflicht nicht durchsetzen können.
Insbesondere der Grundsatz der Brüderlichkeit ohne Rücksicht
auf Hautfarbe oder Herkunft ist im Islam sehr ausgeprägt. Dies ist
einer der Gründe für seine aktuelle Popularität bei Afro-Amerikanern
und auf dem gesamten afrikanischen Kontinent. Weiterer Aspekt des praktizierten
Islams ist die Sharia, das "islamische Gesetz". Dieses stellt
eine jeweils aktuelle Interpretation bestimmter Suren des Korans und Passagen
aus der Sunna, dem Buch über das Leben Mohammeds dar. Die Sharia
regelt theoretisch das gesamte (auch das nichtreligiöse) Leben der
Muslime, spiegelt in ihren aktuellen Ausformungen jedoch eher die vorhandenen
Machtstrukturen eines Landes als eine verallgemeinerbare islamische Rechtspraxis.
Mit Islam oder als islamisch bezeichnet man neben der Religion und dem Rechtssystem auch einen eigenständigen Kuturkreis, dessen Blütezeit (ähnlich der des Christentums) zwischen dem 8. und dem 16. Jahrhundert liegt.