Imperialismus

Imperialismus (von lat. Imperium = Reich) nennt man eine Politik, die zum Ziel hat, den Herrschaftsbereich des eigenen Staates auszuweiten. Ursprünglich verwendete man den Begriff "Imperialismus" für die Ausdehnungsbestrebungen französischer Macht während der Zeit Napoleons I. (1769-1821). Das Zeitalter des sogenannten klassischen Imperialismus, mit dem insbesondere der europäische Kolonialismus gemeint ist, beginnt um 1875 und endet mit dem Beginn des 1. Weltkriegs 1914.
In der Zeit des kalten Krieges galt die Außenpolitik (und Teile der Innenpolitik) der Westmächte aus Sicht des Ostblocks pauschal als westlicher Imperialismus. (Das war schon deshalb konsequent, weil in der marxistischen Geschichtstheorie der Imperialismus als eine Entwicklungsstufe des Kapitalismus gilt.) In der westlichen Welt wurde der Begriff infolge der ideologischen Aufladung wenig gebraucht.