Das Ende des Systems fester Wechselkurse

Ursachen für das Ende des Systems fester Wechselkurse

Hier sollen zwei einer ganzen Reihe von Gründen angerissen werden, die zum Scheitern des Systems fester Wechselkurse führten.

Die Expansion der internationalen Wirtschaft führte zu einer erhöhten Nachfrage nach internationaler Liquidität in Form amerikanischer Dollars. Je mehr Welt-Handel und Wirtschaft und damit die Mengen der im Umlauf befindlichen Dollars expandierten, desto schwieriger und unrealistischer wurde eine praktische Umsetzung der Golddeckung. Die von den US-Amerikanern eingelagerten Goldbestände waren begrenzt, die Dollarmenge nahm jedoch stetig zu. So lange die Golddeckung nicht eingefordert wurde, funktionierte das System. Es war außerdem für die US-Amerikaner sogar wirtschaftlich rational, die Popularität des Dollars weiterhin zu fördern, da der Druck auf den Dollar abnahm, je mehr ausländische Vermögen längerfristig in Dollars angelegt wurden, wodurch sich das Problem der Deckung durch Goldreserven jedoch noch verschärfte.

Hinzu kam, daß es bereits in den 60ern so große Mengen von Pfund und Dollar außerhalb der ihren Wert garantierenden Volkswirtschaften gab, daß weder die US-Amerikanische noch die Britische Regierung in der Lage war, durch nationale Einschränkungen des Kapitalverkehrs das eigene Außenhandelsdefizit auszugleichen. Wenn das Verleihen Britischer Pfund Beschränkungen unterlag, dann handelten die in London ansässigen Banken eben mit den bei ihnen hinterlegten sogenannten "Eurodollars" und umgekehrt. Das hatte zwar infolge der fixen Wechselkurse logischerweise keinen Effekt auf den Nominalwert beispielsweise des Dollars. Dennoch führte das Abwandern der Währungen zu einer faktischen Aufwertung des Dollars (infolge der hohen Nachfrage) und damit einer Zunahme der Importe in die USA gegenüber den Exporten (=Außenhandelsdefizit). Dem versuchten die Amerikaner durch die forcierte Abwertung des Dollars gegenüber dem Gold (von 35$ auf 38$ pro Feinunze Gold) entgegenzuwirken. Dieser Ausgleich reichte jedoch nicht, um die Handelsbilanz der USA auf Dauer zu stabilisieren. Eine solche Abwertung wäre bei flexiblen Wechselkursen wahrscheinlich automatisch eingetreten, da in diesem Fall das Interesse am Dollar als Sicherheit (ohne Golddeckung) sehr viel geringer gewesen wäre und die große Menge verfügbarer Dollars im Ausland zu einem Nachlassen der Nachfrage geführt hätte.

Flexible Wechselkurse bergen zwar die Gefahr negativer Effekte durch übermäßige Devisenspekulation, im Normalfall haben sie jedoch den Vorteil, daß sich bei einer negativen Außenhandelsbilanz (wenn mehr Güter importiert werden als exportiert) durch die (graduelle) Abwertung der Währung die Handelsbilanz wieder stabilisiert (die Güter werden für ausländische Einkäufer billiger und dadurch wird mehr exportiert).

Dieser Zusammenhang ist recht kompliziert und die Definition wird noch nicht unseren Ansprüchen an die allgemeine Verständlichkeit gerecht. Daher bieten wir zum einen die Definition für "Außenwirtschaft: Außenwirtschaftliches Gleichgewicht" aus dem aktuellen Brockhaus sowie 2 Links an, die diesen Zusammenhang anders erklären.

Links

http://www.trend.partisan.net/....(scheint derzeit offline)

http://www.jahrbuch2001.studien-von-zeitfragen.net/....

siehe außerdem:Ursachen für die Festlegung der Wechselkurse in Bretton Woods