G77
Die G77 ist ein lockerer Zusammenschluss von ursprünglich 77 Entwicklungsländern (2000 waren es bereits 133) zur koordinierten Durchsetzung gemeinsamer Interessen. Sie formierte sich 1964 und trat erstmals in Vorbereitung der 2.Welthandelskonferenz in Algier (UNCTAD II, 1968) zusammen. In der G77 werden v.a. Forderungskataloge der Entwicklungsländer zur Vorbereitung der einzelnen UNCTAD-Tagungen abgestimmt und das Vorgehen während der Verhandlungen koordiniert. Die wichtigsten Programme sind die Charta von Algier (1967) über die wirtschaftlichen Rechte der Dritten Welt, das Arusha-Programm (1979) zur kollektiven Eigenständigkeit und die Teheraner Deklaration (1991) über eine neue Partnerschaft zwischen Industrie- und Entwicklungsländern. Wesentliche Forderungen der G77: besserer Zugang zu den Weltmärkten, zu billigem Kapital und zu moderner Technologie, Aufwendung von jährlich mindestens 0,7% des Bruttoinlandsprodukts der Industrienationen für Entwicklungshilfe, Schuldenerlass.