Falun Gong

Falun Gong (auch: Falung Gong oder Falun Dafa) ist eine 1992 von Li Hongzhi begründete Chinesische Meditationsbewegung, die seit 1999 in China verboten ist und vom chinesischen Staat hart verfolgt wird. Li Hongzhis Buch "Drehendes Rad" (Zhuan Falun) verbindet die traditionellen Lehren des Buddhismus und Taoismus mit Formen der chinesischen Volksfrömmigkeit, Gymnastik (Atemübungstechnik, Entspannungs- Meditations-techniken) gekoppelt mit einer entsprechenden Gesundheitslehre. Falun Gong vertritt ein ganzheitliches Weltbild und die Lehre der Wiedergeburt. "Falun" ist ein rotierendes, intelligentes "Rad des Gesetzes" (Gebotsrad, das den Kosmos widerspiegeln soll), das der Meister in den Unterleib seiner Anhänger spirituell einpflanzt. Das Rad schaufelt dann 24 Stunden am Tag "Kosmische Energie" in den Körper. Die Anhänger von Falun Gong üben sich in "Selbstkultivierung". Durch Konzentrationsübungen sollen sie Bedürfnissen, Hass oder ablenkenden Gedanken entsagen und sich ganz auf "Xin-xing", die menschliche Natur, rückbesinnen.
Da es in China keine freie Presse gibt, sind sowohl die Nachrichten der Regierung in Peking über Aktivitäten der Gruppe, als auch die Behauptungen Falun Gongs selber über Verfolgung nur schwer zu überprüfen. Der Vorwurf der chinesischen Regierung richtet sich zum einen gegen die Medienpolitik Falun Gongs. Angeblich agitiert und rekrutiert Falun Gong seine Mitglieder über einen Kurzwellensender mit in den USA produzierten Spots (Falun Dafa Radio oder Fang Guang Ming Radio) und ging in der Vergangenheit (z.B. am 5.März 2002 in Chang-chun) sogar soweit, das chinesische TV-Kabelnetz zu manipulieren, um auf die Verfolgung durch die Regierung in Peking hinzuweisen und für sich selbst zu werben. Der andere Vorwurf betrifft Regeln der Lebenshaltung, wie die Ablehnung bestimmter medizinischer Praktiken, die in einigen Tausend Fällen zum Tod der Patienten geführt hätte. Falun Gong ihrerseits bezichtigt die chinesische Regierung der wahllosen Verfolgung, Folterung und Inhaftierung ihrer Mitglieder. Letzteres ist gängige Praxis des Regimes in Peking auch gegen weniger populäre Vereinigungen und Privatpersonen und die Behauptung insofern recht glaubwürdig. Über die Radiosendungen berichtet alllerdings die eigentlich unverdächtige Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen (EZW) im Gegensatz zur chinesischen Regierungskreisen:

"Insgesamt bezeichnen auch unabhängige Beobachter die Inhalte (der Radiosendungen, d. A.) nicht so sehr als religiös, sondern als regierungskritisch bis -feindlich."
(Vgl http://www.ekd.de/ezw/30603.html)

Falun Gong unterscheidet sich von anderen Heilsbewegungen und Sekten insbesondere dadurch, daß es offiziell keine formale Mitgliedschaft gibt. Alles in allem kann man aber folgendes sagen: Falun Gong oder Falun Dafa ist eine Meditationsbewegung, die von einem "Meister" iniziiert wurde. Dieser erhebt Anspruch auf einen exklusiven Status seiner Lehre, welche Meditationsübungen und Gesundheitstipps enthält. Es gibt Textpassagen, in denen der Meister davor warnt, daß die falsche oder mißbräuchliche Anwendung seiner Lehren zum Tod führen kann. Ebenfalls bedeutet nach seiner Lehre der Rückfall in das "normale Menschsein" Gefahr: "Du bist dem Karma, das du in deinem Vorleben verschuldet hast, entkommen, weil du das orthodoxe Fa kultivierst. Sobald du zu einem gewöhnlichen Menschen zurückgesetzt worden bist, ohne jemanden, der dich beschützt, werden die Dämonen dein Leben nehmen. Es wird nicht helfen, wenn du andere Buddhas, Daos und Götter anflehst. Sie werden diejenigen, die das Fa stören, nicht beschützen. Das Karma kehrt auch wieder in deinen Körper zurück." (vgl. Li Hongzhi 22.09.1996, in Bangkok ) Wenngleich die Reaktionen aus Peking unangemessen sind, und die Kritik Falun Gongs an der repressiven Politik Pekings richtig ist, handelt es sich bei der Bewegung trotz allem um eine quasi-religiöse Gemeinschaft, deren Exklusivitätsanspruch den vorgeblich vorangigen Zweck der Selbstbefreiung konterkariert.