Devisenspekulation
Mit dem Ende der Golddeckung des US$ 1971-1973 begann die Zeit der freien
Wechselkurse. Wenn der Kurs einer Währung durch die Nachfrage im
Ausland bestimmt wird, dann kommt es nachfragebedingt regelmäßig
zu kleineren Kursschwankungen. Hält eine Bank oder eine andere Einrichtung
größere Mengen einer bestimmten Währung, so reicht schon
eine marginale Kursschwankung nach oben, und der Verkauf dieser Währung
erbringt enorme Gewinne. Der Verkauf großer Mengen einer bestimmten
Währung führt aufgrund des vergrößerten Angebots
zu einer Abwertung dieser Währung. (Verliert eine Währung an
Wert, so werden notwendige Importe teurer, was wiederum weitere negative
Auswirkungen haben kann). Je geringer die wirtschaftliche Macht einer
Volkswirtschaft ist, den Wert der eigenen Währung durch An- und Verkäufe
oder Zinspolitik zu stabilisieren, umso leichter ist es für sogenannte
Devisenspekulanten, die erwünschten Kursschwankungen durch das Zurückhalten
oder Anbieten größerer Mengen dieser Währungen zu provozieren.
Da bei Devisenspekulationen in der Regel innerhalb eines kurzen Zeitraums
große Menge einer bestimmten Währung erst gekauft und dann
wieder verkauft werden, sind diese Transaktionen relativ einfach von Devisenankäufen
zum Zwecke der Investition zu unterscheiden.
Dabei haben die unter anderem durch Devisenspekulationen beförderten Kursabstürze bestimmter Währungen oft drastische Folgen auf die Investitionspolitik von Anlegern aus dem Ausland. Ist die Währung des Landes, in das investiert wurde weniger wert, so ziehen in der Folge häufig ausländische Investoren ihr Kapital zurück, was, wie bei der Asienkrise Mitte der 90er Jahre zu einem Zusammenbruch kompletter Wirtschafträume über Nationalstaatsgrenzen hinweg führen kann.
Ein kurzfristig sehr wirksames, aber bei Investoren extrem unbeliebtes Mittel dagegen ist z.B. das von Malaysia 1998 praktizierte Einfrieren von Auslandsinvestitionen. Der Premier verbot kurzerhand für 6 Monate den Rücktransfer von Auslandsinvestitionen, mit der Folge, daß Malaysia erheblich an Attraktivität verlor und dadurch weniger kurzfristige Investitionen erhielt. Eine andere, eher langfristige Strategie verfolgt dagegen Chile. Hier wurde die Höhe der Auslandsinvestitionen begrenzt, um das Ausmaß einer Krise im Falle des plötzlichen Rückzugs der Auslandsinvestitionen zu begrenzen.
Hierzu ausführlicher ein paar Passagen aus einem Artikel vonTon Veerkamp und ein ungewohnt romantischer Text aus dem BMZ zum selben Thema.