Christentum


Das Christentum ist mit 2 Mrd. Gläubigen die Mitgliederstärkste der 7 Weltreligionen. Den verschiedenen christlichen Kirchen und Bewegungen gemeinsam ist die Berufung auf Jesus Christus und der Glaube, dass dieser der Sohn Gottes und der Messias ist. Jesus Christus erlöste die Menschen von ihrer Sünde (Getrenntsein von Gott, Rebellion gegen Gott, was sich in Fehlern und Missetaten auswirkt) und versöhnte die Menschheit mit Gott, so dass sie in Ewigkeit in Gemeinschaft mit Gott sein können (christliche Eschatologie).
In der Reformationszeit (16.Jhdt. Europa) teilte sich die christliche Kirche in einen katholischen Teil, der an der alten Struktur der Kirche festhielt und einen protestantischen Teil, der unter anderem die Unfehlbarkeit und die Stellvertreterfunktion des Pabstes (Kirchenoberhauptes in Rom) ablehnte. Die Protestanten wiederum differenzierten sich in unterschiedliche reformierte und freikirchliche Einzelkirchen, die sich jedoch weitgehend gegenseitig anerkennen. Während die Katholiken weiterhin an der Notwendigkeit einer pastoralen Vermittlung zwischen Gott und Gläubigen festhalten, stehen die Protestanten für eine direkte Verbindung des Gläubigen mit Gott, die keiner Vermittlung durch Kirchenvertreter bedarf. Ein entscheidender Schritt für die neue Selbständigkeit der Gläubigen war daher die Übersetzung der Bibel ins Deutsche durch den Reformator Martin Luther.