Buddhismus
Der Buddhismus ist eine Religion und Philosophie, die auf den Lehren
von Siddhârtha Gautama beruht. Siddhârtha Gautama war ein geistiger
Führer, der ungefähr 563-483 v.Chr. in Indien lebte. Er wurde
später Buddha (Erleuchteter, Erwachter) genannt.
Buddha hob hervor, dass er weder ein Gott noch der Überbringer einer
göttlichen Wahrheit war und dass er sein Gedankensystem nicht aufgrund
göttlicher Offenbarung erhielt, sondern, dass er die buddhistischen Lehren durch Meditation selbst erkannt habe und daß jedermann diese
für sich selbst wieder entdecken könne. Auch warnte Buddha
vor jeder Autoritätsgläubigkeit und hob die Selbstverantwortung
des Menschen hervor.
Zu den buddhistischen Überzeugungen gehört u.a. die Reinkarnation
und das Gesetz des Karma. Buddha selbst hat keine metaphysischen Aussagen gemacht,
das heißt zum Beispiel, er machte keine Angaben darüber, was nach dem Tode passiert, oder wer die Welt erschaffen hat.
Im Gegensatz zu den monotheistischen Religionen gibt es im Buddhismus keine Vorstellungen einer Seele oder eines einzelnen Gottes. Ebenfalls besonders ist die Ablehnung des Kastensystems.
Zentrale Aspekte des Buddhismus sind:
1. Die Vier Edlen Wahrheiten und der Achtfache Pfad. Die 4 edlen Wahrheiten sind: Dukkha (das Leben ist leidvoll), Samudaya (die Ursachen des Leidens sind das Begehren, die Abneigung und die Unwissenheit), Nirodha (durch das Erlöschen des Begehrens schwindet das Leiden) und Magga (zum Erlöschen des Leidens führt der "Edle Achtfache Pfad"). Der Edle Achtfache Pfad wiederum besteht aus:
I. Rechte Anschauung
II. Rechte Gesinnung
III. Rechte Rede
IV. Rechtes Handeln
V. Rechter Lebenserwerb
VI. Rechtes Streben
VII. Rechte Achtsamkeit
VIII. Rechtes "sich versenken"
2. Karma (Ursache und Wirkung): Alles was der einzelne tut, wirkt auf ihn zurück.
3. Nirvana (Verlöschen) bezeichnet das Verlassen des ewigen Kreislaufs (Samsara) als höchstes Ziel des Buddhismus.
4. Dharma (Lehre) Der Begriff hat eine Reihe verschiedener kontextabhängiger Bedeutungen. Im allgemeinen bezeichnet er die Lehren Buddhas, kann aber auch die Gesamtheit der Dinge im Kosmos meinen.
5. Samsara (Kreislauf) ist das Konzept des ewigen Kreislaufs der Natur, das auch in der buddhistischen Vorstellung der Reinkarnation (Wiedergeburt) Ausdruck findet.
6. Bodhi (Erwachen): Durch das vollständige Begreifen der „Vier Edlen Wahrheiten“ und die Überwindung der an das Dasein bindenden Bedürfnisse und Täuschungen wird das Erwachen (die Erleuchtung) möglich, das zum Nirvana führt.
Weltweit gibt es etwa 450 Millionen Buddhisten (laut Enzyklopaedia Britannica 2005 schwanken die aktuellen Schätzungen zwischenn 375 und 500 Millionen). Die Länder mit der
stärksten Verbreitung des Buddhismus sind Thailand, Kambodscha, Myanmar
und Japan, während er in seinem Ursprungsland Indien praktisch verschwunden
ist. Der Buddhismus wird zu den Weltreligionen gezählt.