Außenwirtschaftliches Gleichgewicht


Ein sogenanntes 'außenwirtschaftliches Gleichgewicht' ist dann erreicht, wenn die Zahlungsbilanz (das heißt das Verhältnis zwischen allen Ausgaben und Einnahmen eines Landes, oder anders gesagt die Summe aller Geschäfte zwischen Aus- und Inländern) ausgeglichen ist, also ungefähr gleich viel aus dem Ausland eingekauft wird, wie an Personen aus dem Ausland verkauft wird.

Es gibt unterschiedliche Methoden, das Erreichen oder Nicht-Erreichen dieses Gleichgewichts zu erkennen. Eine davon besteht darin, die Menge ausländischer Währung, die auf Vorrat im eigenen Land gehalten wird, zu verrechnen (Devisenbilanz). Eine andere Methode ist, die Leistungen (Zahlungen und Einnahmen) aller Markteilnehmer (also alle Geschäfte zwischen in- und ausländischen Personen) zu vergleichen (Leistungsbilanz). Ist eine dieser beiden Bilanzen im Gleichgewicht, so spricht man von einem 'außenwirtschaftliche Gleichgewicht'.

Das außenwirtschaftliche Gleichgewicht ist zusammen mit der Geldwertstabilität (z.B. konstante Preise für Verbrauchsgüter), der Vollbeschäftigung (möglichst wenige Arbeitslose) und einem stetigem Wirtschaftswachstum eines der 4 gesamtwirtschaftlichen Ziele, die im deutschen Stabilitäts- und Wachstumsgesetz festgeschrieben sind.

Der eigentliche Sinn des außenwirtschaftlichen Gleichgewichts als gesamtwirtschaftliches Ziel besteht darin zu verhindern, daß das eigene Land durch übermäßiges Einführen von Gütern aus dem Ausland in eine Abhängigkeit gerät, bzw. durch übermäßigen Export den Wert der eigenen Währung anhebt(durch deren Verknappung im Ausland), wodurch wiederum weniger ins Ausland verkauft werden kann, was sich negativ auf die eigene Wirtschaft auswirkt.

Deutschland zum Beispiel hat unter anderem durch den vielen Reiseverkehr ins Ausland, die hohen Transferleistungen an die EU und regelmäßige Geldtransfers ausländischer Arbeitnehmer eine eher negative Devisenbilanz, die jedoch durch die hohen Exporte (Autos, Waffen) wieder ausgeglichen wird.

Ein kurzfristiges Ungleichgewicht der Handelsbilanz kann durch die (gleichsam automatische) Anpassung der Wechselkurse ausgeglichen werden.