Bretton Woods

Bretton Woods ist ein kleiner Ort im US-Bundesstaat New Hampshire. New Hampshire ist der 4.kleinste Bundesstaat und liegt im Nordosten der USA (zwischen Vermont und Maine).
Im Kontext der Globalisierungsdiskussion ist Bretton Woods von besonderer Bedeutung, weil hier vom 1. bis 23.7. 1944 eine Währungs- und Finanzkonferenz der UNO (damals 44 Staaten) über die Neugestaltung der Weltwirtschafts- und Finanzordnung der Nachkriegsperiode stattfandt. Ergebnis dieser Konferenz war unter anderem die Gründung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank (andernorts "Internationale Bank für Wiederaufbau und Entwicklung" (oder IBRD) genannt). Die Pläne für Weltbank und IWF wurden in erster Linie vom damaligen Staatssekretär im US-Schatzministerium Harry Dexter White und dem britischen Nationalökonomen John Maynard Keynes ausgearbeitet, der zu dieser Zeit für das britische Schatzamt tätig war. In Bretton Woods wurde außerdem ein System fester Wechselkurse vereinbart. Dieses System stabilisierte anfänglich den Welthandel und sorgte fast 30 Jahre lang für eine extreme Expansion der kapitalistischen Nationalökonomien. 1973 wurde es endgültig aufgegeben, nachdem die USA die Goldeinlösungsverpflichtung für den Dollar widerriefen.
Am 15. August 1971 gab US-Präsident Nixon in einer sonntäglichen Fernsehansprache bekannt, dass die USA die Golddeckung des Dollars aufheben würden. Die Garantie der USA, internationale Dollarguthaben zu einem festen Satz von 35 Dollar pro Feinunze Gold einzutauschen, hatte bis dahin eine zentrale Stütze des 1944 in Bretton Woods begründeten Nachkriegsfinanzsystems gebildet. (Durch Nixons einseitige Aufkündigung wurde dies System beendet.)
Im Dezember 1971 wurde mit dem Smithsonian Agreement in Washington D.C. versucht, das Bretton Woods System noch einmal zu retten. Die G-10 einigten sich auf eine Neufestlegung der Wechselkurse, einen Anstieg des offiziellen Umtauschwertes für Gold auf US$38 pro Unze und erhöhten die erlaubten Schwankungsbreiten der Wechselkurse auf +/- 2,25%. Im Februar 1973 wiederholten sich jedoch die Probleme und Entwicklungen, die zur ersten Abwertung und der Aufhebung der Golddeckung des Dollars geführt hatten. Am 12. Februar 1973 schlossen Europa und Japan ihre Devisenmärkte und die USA verkündeten eine erneute 10%ige Abwertung des US-Dollars. Das System fester Wechselkurse von Bretton Woods war beendet und ein Regime flexibler Wechselkurse begann.

siehe auch:

Ursachen für die Festlegung der Wechselkurse in Bretton Woods

Ursachen für das Ende des Systems fester Wechselkurse 1971/73