Bevölkerungspyramide
Die gängige Methode, die Altersverteilung einer Gesellschaft übersichtlich in einer Grafik darzustellen, ist die Bevölkerungspyramide (siehe Bild). Für jeden Jahrgang gibt es rechts einen horizontalen Balken für die Anzahl der Frauen, links einen für die Anzahl der Männer. Es fängt ganz unten mit den Einjährigen an und endet oben theoretisch mit dem ältesten Mann und der ältesten Frau.

(Eine aktuelle und todschick animierte Bevölkerungspyramide gibt es seit neustem beim Statistischen Bundesamt.)
Die Alterspyramiden der meisten westlichen Industriestaaten sehen ganz und gar nicht pyramidenförmig aus. Das hängt damit zusammen, daß viele der Industriestaaten rückläufige Geburtenraten haben. Als der Begriff entstand, nämlich Ende des 19. Jahrhunderts, war das noch anders: die meisten europäischen Staaten hatten wachsende Bevölkerungen, weshalb die gewöhnliche Bevölkerungsverteilung ungefähr so aussah wie in Mexiko heute:

Man unterscheidet generell 5 verschiedene Typen von Alterspyramiden:
1. Die lineare oder klassische Pyramidenform (Dreiecksform), wie sie heute in Venezuela und Mexiko zu finden ist.
2. Die verbreiterte Pyramidenform (Pagodenform): hier ergibt sich durch eine hohe Geburtenrate und hohe Sterberate in allen Altersgruppen eine Pyramide mit verbreiterter Basis. Eine solche Verteilung weisen viele afrikanische Staaten auf, z.B. Gambia:

3. Glockenform (Bienenstockform). Hier führt eine konstante Geburtenrate, die in etwa der Sterberate entspricht, zu einer Stabiliserung der Bevölkerungszahl. Diese Idealform ist eher selten zu finden. Die USA tendieren in eine solche Richtung:
4. Die Zwiebelform oder Urnenform (überspitzte Zwiebelform) entsteht, wenn die Geburtenrate sinkt und sich dadurch ein 'Überhang' an älteren Menschen bildet. Sie stellt eine Übergangsform dar. Die meisten westlichen Industrienationen haben eine solche Bevölkerungsverteilung.
5. Tannenbaumform: In Gegenden, in denen v.a. Singles leben, wie z.B. Großstädte und dort speziell sogenannte "Szeneviertel" ergitb sich oft eine Altersverteilung, in der alte Menschen und Kinder unterrepräsentiert sind. So eine Altersverteilung (mit Schwerpunkt auf Arbeitende zwischen 25 und 45 Jahren) sieht dann wie ein Baum aus: schlanker Stamm mit einer Glocke darauf.
Die Übergänge zwischen den einzelnen Formen sind fließend und oft kann man eine konkrete Alterspyramide 2 Modellen zuordnen.